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Klimakrise, Vertreibung und gute Klimakommunikation

Im Rahmen des Peers-to-Peers-Projektes, bei dem Peers aus sieben steirischen Schulen seit Jahresbeginn an klimagerechten Projekten arbeiten, kamen die Jugendlichen vergangene Woche zum vierten Treffen in Graz zusammen.

In ihrer Peers-Ausbildung entwickeln die Jugendlichen nicht nur ihre Projektideen für den Schulstandort weiter, sie erhalten auch Expert*innen-Inputs zu Ursachen und Auswirkungen der Klimakrise sowie möglichen Anpassungsmaßnahmen. Beim zurückliegenden Treffen durften wir zwei Expert*innen aus Wien begrüßen, die über gelingende Klimakommunikation und die Klimakrise als Fluchtursache sprachen.  

Michael Fanizadeh vom VIDC (Vienna Institute for International Dialogue an Cooperation) führte die Jugendlichen interaktiv durch die multidimensionalen Gründe klimabedingter Vertreibung. Besonders spannend in diesem Zusammenhang war die Methode des „Privilege Walks“, bei dem jede Person eine Rollenkarte zugewiesen bekommt. Alle Teilnehmenden stellen sich an einer Linie auf und bekommen verschiedene Situationen aufgezeigt und Fragen gestellt. Je nach dem, wie stark die Person (also die Rolle) die Auswirkungen dessen zu spüren bekommt, gehen die Teilnehmenden einen Schritt vor oder zurück. Je weiter vorne man am Ende des Gedankenexperimentes steht, umso privilegierter die Lebenssituation. 

Im Vortrag von Brigitte Grahsl, Kommunikationsexpertin bei Klimaaktiv, näherten wir uns der Frage, wie gute Klimakommunikation gelingen kann. Fakten vermitteln, um Leugnung zu bekämpfen sei der Expertin zufolge ein erstes Lösungsansatz. Dabei tun sich mehrere Spannungsfelder auf; eines  zwischen Fakten und Gefühlen, bei dem Emotionen wie Angst oder Trauer auf Hoffnung und Stolz treffen können – und jenes zwischen Lösung und Problem. Die Jugendlichen erfuhren dabei vom Unterschied zwischen ökologischem Fuß- und Handabdruck: der Fußabdruck nimmt das Individuum in den Blick, während der Handabdruck herauszoomt und mögliche systemische Veränderungen fokussiert. Klar wurde jedenfalls, dass gute Klimakommunikation einen Mix aus allem braucht: Gefühle & Werte, Lösungswissen, Systemwandel und angenehme Gefühle. 

Mit großen Schritten und neuem Know-How im Gepäck geht es für die heurigen Peers auf das Ende ihrer Projekte zu. Am 6. November findet die feierliche Abschlusspräsentation im Lendhafen statt, bei der alle sieben Gruppen ihre Ideen, die Projektgenese und die Ergebnisse vorstellen werden.