JUGENDLANDTAG TRÄGT FRÜCHTE

JUGENDLANDTAG TRÄGT FRÜCHTE

Der Jugendlandtag Ende 2016 rückte die Standpunkte von Jugendlichen in den Mittelpunkt und gab ihnen die Möglichkeit, konkrete Anträge an Politikerinnen und Politiker zu richten. Davon wurde beispielsweise ein Antrag aus der Arbeitsgruppe „Soziales“ umgesetzt.

Die Jugendlichen der Arbeitsgruppe deklarierten, dass Flüchtlinge mittels integrativer Maßnahmen auf allen Ebenen z.B. Wohnraum, Arbeit, Beratung, soziale Kontakte, Kompetenzerwerb etc. unterstützt werden sollten. In Kooperation mit bestehenden Organisationen solle es ein Pilotprojekt geben, welches die Integration im sozialen Alltag der Jugendlichen ermöglicht. Dem Antrag wurde beim Jugendlandtag mehrheitlich zugestimmt. Landesrätin Doris Kampus griff dem Antrag mit großen Interesse auf und lud die antragstellenden Jugendlichen ein, mit ihr und Vertreterinnen und Vertretern aus Sozialvereinen das Pilotprojekt zu konkretisieren.

Drei engagierte Jugendliche wollten unbedingt selbst aktiv werden, folgten der Einladung und konnten so in den persönlichen Austausch mit Entscheidungsträgerinnen und -trägern von Zebra, Caritas und den politischen Büros von LR Lackner sowie LR Kampus kommen und ihre Ideen in einen konkreten Projektantrag umwandeln. Ein Projekt wurde gestartet, mit dem man einerseits nachhaltige Integration von Migranten und Migrantinnen in Schulen fördert und andererseits möglichst viele Menschen in einem kurzen Zeitraum erreichen kann. Das war der Startschuss für ein dreitägiges Seminar für Jugendliche, die danach selbst zu Ansprechpersonen zum Thema Integration, sogenannte Peers, in ihren Schulen werden konnten. Die Planung und Durchführung dieses Seminars wurde dabei von beteiligung.st übernommen. Entscheidend dabei war für beteiligung.st, die drei ideengebenden Jugendlichen in alle relevanten Entscheidungen einzubinden. Mit ihnen und Robert Konrad von Zebra - Interkulturelles Beratungs- und Therapiezentrum wurden folgend Ziel und Ablauf des Seminars festgelegt. Das Ergebnis war ein Pilotprojekt mit einer ausgewählten Anzahl von Jugendlichen durchzuführen. Durch dieses sollen Jugendliche befähigt werden eigene Projekte an ihren Schulen durchzuführen, die den Schulalltag für Menschen mit Migrationshintergrund erleichtern.

Von 13.-15. Oktober 2017 fand schließlich das Seminar mit acht Jugendlichen in Graz statt. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass die Jugendlichen möglichst alle Elemente des Seminars in der einen oder anderen Form auch an ihren Schulen anbieten können. Als Einstieg in die Thematik wurde zum Beispiel ein Film angesehen und reflektiert, welcher auch an Schulen vorgeführt und besprochen werden kann. Weiters gab es einen fachlichen Input zu Daten und Fakten der Flüchtlingssituation in Österreich, ein Training zum Umgang mit sogenannten „Stammtischparolen“, eine Ideensammlungen zur positiven Veränderung des Schulalltags und verschiedene Methoden, welche in einem Workshop zum Thema Integration an der Schule umgesetzten werden können. Ein Höhepunkt des Workshops war der gemeinsame Besuch des Haus Welcome in Graz, in dem unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterkommen. Dort konnten die Jugendlichen in den direkten Austausch kommen und feststellen, dass es viele Gemeinsamkeiten miteinander gibt.

Noch am selben Wochenende wurden von den Teilnehmer und Teilnehmerinnen Projektideen entwickelt, wie sie direkt das Gelernte an ihrer Schule umsetzen können. Die Jugendlichen konnten so im Anschluss daran selbst aktiv werden und wurden dabei von beteiligung.st unterstützt und begleitet. Einiges wurde bereits umgesetzt. Wie an der HAK in Hartberg, wo im Rahmen des Unterrichts ein erfolgreicher Workshop von Peers für Peers, von Jugendlichen für Jugendliche, durchgeführt wurde. Wir freuen uns schon auf die nächsten Aktionen.