die fachstelle für kinder-, jugend- und bürgerInnenbeteiligung

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DURCHS KINDERDORF WEHT EIN WIND DER BETEILIGUNG

Ein Jahr im Zeichen der Kinder- und Jugendbeteiligung: Das Team des Anton Afritsch Kinderdorfs Steinberg hat sich 2017 einen Schwerpunkt gesetzt und sich intensiv dem Thema Beteiligung in der Einrichtung gewidmet. Bei diesem Prozess ließ sich das Team von beteiligung.st begleiten.

Beteiligung in der Heimerziehung ist bereits seit vielen Jahren ein großes Thema – nicht zuletzt dadurch, dass Österreich bereits seit 1992 die Kinderrechtskonvention anerkannt hat, in der die Rechte der Kinder festgeschrieben sind. Darin geht klar hervor, dass jedes Kind das Recht darauf hat, an Entscheidungen, die sie direkt betreffen, beteiligt zu werden. Die Volksanwaltschaft hat dieses Beteiligungsrecht in ihrem Bericht und ihren Empfehlungen zur Fremdunterbringung von Kindern ebenso aufgegriffen und versteht darunter „mehr als nur das Recht, angehört zu werden. Es ist eine Grundhaltung, die in allen Bereichen der Maßnahme der Fremdunterbringung (…) Auswirkungen hat“ (Bericht der Volksanwaltschaft an den Nationalrat und an den Bundesrat 2016. Präventive Menschenrechtskontrolle. 2016 S. 79)

 „Wer Beteiligung sät, wird Demokratie ernten“

Zentral ist dabei, in der Einrichtung eine Kultur des Aushandelns zu schaffen –und möglichst viele Entscheidungen des alltäglichen Lebens gemeinsam mit den jungen BewohnerInnen zu treffen. Die Kinder und Jugendlichen sollen so ein Gefühl dafür bekommen, dass sie selbst durch ihre Beteiligung etwas verändern können – und es sich lohnt, sich mit Meinung und Taten einzubringen bzw. mitzumischen. Besonders für Kinder, die mit vielen fremdbestimmten Entscheidungen in ihrem Leben konfrontiert sind, sind solche Erfahrungen zentral, um die eigene Selbstwirksamkeit erleben zu können.

Unter diesen Gesichtspunkten hat das Team des Kinderdorfs am Steinberg beschlossen, sich dem Thema Beteiligung verstärkt zu widmen – und gemeinsam genauer hinzuschauen, in welchen Bereichen Kinder stärker eingebunden werden können – auch zu erfassen, wo es bereits passiert. In einigen intensiven Workshops hat das Team gemeinsam genau hingeschaut, auf welchen Ebenen Kinder und Jugendliche an Entscheidungen beteiligt werden können: Denn Mitsprache soll sowohl bei individuellen Angelegenheiten der Kinder wie Kleiderauswahl, Frisur oder Freizeitaktivitäten genauso möglich sein wie bei gemeinsamen Entscheidungen der Wohngruppe  oder bei Entscheidungen, die das gesamte Kinderdorf betreffen.

Ansprechpersonen für Beteiligung der Kinder und Jugendlichen

Pro Haus haben sich zwei SozialpädagogInnen als Delegierte gemeldet, die bereit waren sich diesem Thema besonders intensiv zu widmen – und in mehreren Workshops gemeinsam eine Beteiligungsstruktur und verbindliche Richtlinien auszuarbeiten. Diese Ergebnisse werden nun festgeschrieben und in die Konzeption des Kinderdorfs eingearbeitet. So soll sichergestellt sein, dass auch zukünftige Kinder, Jugendliche und SozialpädagogInnen darüber informiert werden – und diese Kultur der Beteiligung weiter mittragen. Die Delegierten sind in ihren Häusern in Zukunft Ansprechpersonen für Beteiligung, die verantwortlich sind darauf zu achten, ob bei Entscheidungen die Meinung der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt wird.

 

Die ersten Ergebnisse können sich bereits sehen lassen: Wie sie sich beteiligen können und welche Rechte sie haben, wurde bereits in jeder Wohngruppe mit den Kindern und Jugendlichen ausführlich besprochen. Und der hausübergreifende Rat der Kinder und Jugendlichen, der #IFK – Important For Kids – tagt bereits seit dem Frühjahr regelmäßig und mischt schon kräftig im Dorfgeschehen mit!